Schwerer Sturz von Jakob Dusek - Das große Finale war zum Greifen nahe

19.02.2021

Eine bärenstarke Vorstellung hat das ÖSV-Team in der Qualifikation für den Snowboardcross-Weltcup am Donnerstag auf der Reiteralm abgeliefert! Bei den Herren schafften nicht weniger als neun heimische Fahrer den Sprung in das Finale der Top 32. Bei den Damen sicherte sich die Niederösterreicherin Pia Zerkhold (Snowboardbase NÖ) mit Rang 13 ebenfalls ein Ticket für das 16er-Finale. - 

Niederösterreich mit vier Startern das stärkste Bundesland im ÖSV-Team

Gleich im ersten Lauf entledigten sich der WM-Vierte aus dem UNION Trendsport Weichberger-Team Jakob Dusek (9.) und der Oberösterreicher Andreas Kroh (15.) aller Qualifikationssorgen. Im zweiten Run komplettierten Lukas Pachner/Wien (17.), Luca Hämmerle/ Vorarlberg (21.), Sebastian Jud/ Burgenland (22.), David Pickl /Steiermark (23.), Marco Dornhofer /Weichberger-Team (25.) und Julian Lüftner /Vorarlberg (28.) das herausragende ÖSV-Teamergebnis. Einzig der Weichberger-Boarder aus Böheimkirchen Felix Powondra blieb als 56. und als einer der jüngsten Starter in der Qualifikation hängen. Die sieben jüngsten Teilnehmer, aus Spanien, Frankreich, Brasilien, Schweiz, USA und Österreich kommend, reihten sich zwischen Rang 44 und 65 ein. Ein Zeichen, dass ihnen noch die erforderliche Routine im Weltcup fehlt.

Bester der ÖSV-Herren in der Quali war Vizeweltmeister Alessandro Hämmerle/ Vorarlberg, der für den 1.190 Meter langen Kurs 1:04,99 Minuten benötigte und damit Vierter wurde. Auf die Bestzeit des Italieners Lorenzo Sommariva (1:04,28) büßte der Vorarlberger 0,71 Sekunden ein. "Die Strecke ist sehr anspruchsvoll, dazu ist das Tempo in einigen Abschnitten ziemlich hoch. Die Sicht war heute bei meinem Lauf nicht die beste. Das hat es vor allem in den Kurven schwierig gemacht, wo einige Schläge drinnen sind, aber ich komme trotzdem mit jedem Lauf besser mit dem Kurs zurecht", meinte Hämmerle, der im Achtelfinale auf die beiden US-Amerikaner Hagen Kearney und Mick Dierdorff sowie den Kanadier Liam Moffatt treffen wird. "Der Heat ist okay. Das sind alles faire Fahrer, und das ist wichtig hier herunter", ergänzte Hämmerle.  

Bei den Damen schrammte die 18-jährige Salzburgerin Anna-Maria Galler als 18. lediglich um 15 Hundertstel am Finale vorbei. Bestzeit in der Quali fuhr die Italienerin Michela Moioli vor der Weltmeisterin Charlotte Bankes (GBR) und Linsey Jakobellis (USA).

Mit Alessandro Hämmerle und Jakob Dusek (trotz Sturz) sind zwei Österreicher im Weltcup dominant

Überschattet wurde das Weltcup-Rennen von einem schweren Sturz von Jakob Dusek der im Halbfinale nach einem Zweikampf mit dem Schweizer Kalle Koblet - 20 Meter vor dem Ziel, und dem Einzug ins große Finale - hart mit dem Kopf auf der Piste aufschlug. Der 24-jährige Niederösterreicher von UNION Trendsport Weichberger wurde mit dem Hubschrauber in das Diakonissen-Krankenhaus Schladming geflogen, wo eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde. Dass der WM-Vierte im Endklassement Rang acht belegte, war angesichts des Sturzes nur eine Randnotiz.

"UNION Trendsport Weichberger wünscht dir lieber Jakob alles Gute! Dein Aufstieg in den vergangenen zwei Jahren im Weltcup war sensationell. All deine Freunde hoffen, dass du bald wieder ganz fit bist und im Weltcup dein Können beweisen kannst. Das Sportland NÖ ist stolz auf dich! - Wir freuen uns, dass du das Krankenhaus wieder verlassen konntest", Erik Wöll.

Alessandro Hämmerle hat am Donnerstag auf der steirischen Reiteralm seinen elften Weltcup-Einzelsieg im Snowboardcross gefeiert! Der Vizeweltmeister aus Vorarlberg fuhr ein überragendes Rennen und gewann in der Entscheidung der Top 32 alle seine vier Läufe. Im großen Finale setzte sich Hämmerle vor dem Spanier Lucas Eguibar, dem US-Amerikaner Mick Dierdorff und dem Kanadier Eliot Grondin durch. Bei der WM vor einer Woche im schwedischen Idre Fjäll hatte Eguibar noch hauchdünn im Fotofinish das bessere Ende für sich, beim Heimweltcup drehte der Österreicher nun jedoch den Spieß um. Hämmerle hat mit seinem zweiten Saisonsieg nach Valmalenco (ITA) mit 220 Punkten auch die Weltcupführung vor Grondin (162) und dem Niederländer Glenn de Blois (147) übernommen.      

"Ich habe mir am gestrigen Ruhetag noch einmal die Kurven genauer angeschaut und danach meine Bindungseinstellung verändert. Das war genau der richtige Schachzug, weil ich dadurch megasicher in den Kurven war, die mir davor doch etwas Sorgen bereitet haben. Im Endeffekt hat alles super funktioniert. Es ist natürlich ein Traum, wenn alles so aufgeht, wie man sich das vorstellt. Ein Weltcupsieg - noch dazu zu Hause - ist immer etwas Spezielles", freute sich Alessandro Hämmerle, den aber auch der Sturz seines ÖSV-Teamkollegen Jakob Dusek nachdenklich stimmte."Im ersten Moment habe ich mir nur gedacht, hoffentlich trifft mich keine Schuld an dem Sturz, aber es ist nicht an einem Zweikampf zwischen uns beiden gelegen. Er konnte zum Glück nach einiger Zeit wieder aufstehen. Das hat mich doch ein wenig beruhigt, obwohl er noch etwas wackelig auf den Beinen war. Ich wünsche Jakob natürlich alles Gute und eine schnelle Genesung", sagte Hämmerle.

Die jüngsten Starter im ÖSV-Team: Marco Dornhofer und Felix Powondra 

Der Burgenländer Sebastian Jud erreichte das Viertelfinale und belegte als drittbester Österreicher Platz 16. "Ich bin im Viertelfinale gegen das Startgate gekracht, weil es für mein Gefühl ziemlich langsam aufgegangen ist. Ich habe zwar versucht, den Rückstand, den ich mir dadurch eingefangen habe, noch wettzumachen, aber für den Aufstieg ist es sich leider nicht mehr ausgegangen", sagte Jud. Für Lukas Pachner (20.), Marco Dornhofer (21.), Julian Lüftner (23.), Andreas Kroh (25.), Luca Hämmerle (26.) und David Pickl (27.) war im Achtelfinale Endstation. Der Weichberger-Boarder Marco Dornhofer (Ober Wölbling) zählt im ÖSV-Team mit Jg. 1999, neben Felix Powondra (Jg. 2002), zu den jüngsten Startern im ÖSV-Team und hofft, auch in Georgien beim Weltcup an den Start gehen zu dürfen.  

Pia Zerkhold, einzige Österreicherin im Damenfinale der Top 16, reihte sich in der Endabrechnung an der 15. Stelle ein. Der Sieg ging an die Italienerin Michela Moioli vor der US-Amerikanerin Lindsey Jacobellis und der Französin Chloe Trespeuch.

Der Snowboardcross-Weltcup wird nach einer kurzen Pause am 4. und 5. März 2021 mit zwei Rennen in Bakuriani (GEO) fortgesetzt. Zwischenstand: 1. Alessandro Hämmerle (AUT) 220, 2. Eliot Grandin (CAN) 162, 3. GlennBlois (NED) 147, 4. Merlin Surget (FRA) 131, 5. Hagen Kearney (USA) 123, 6. Jakob Dusek (AUT) 122.- 37. Marco Dornhofer (AUT) 10. Pia Zerkhold liegt auf Rang 11. - (Die Wertung: Platz 1 bringt 100 Punkte, 2 = 80 P, 3 = 60 P, 4 = 50 P, 5 = 45 P, 6 = 40 P, 30 = 1 P). - So gesehen sind Verschiebungen bis zum letzten Rennen möglich.

Alpin-WM im März mit Benjamin Karl    

Der vierfache Weltmeister (2009/PSL, 2011/PSL und PGS, 2013/PSL) Benjamin Karl aus dem Weichberger-Team steigt am 1. März in die Alpin-WM (Rogla) ein. Karl liegt in der Weltcup-Zwischenwertung derzeit im Parallel-Riesentorlauf auf Rang zwei, im Slalombewerb auf Platz 12 und in der Alpinwertung auf Rang vier. Eine gute Ausgangsbasis für die Weltmeisterschaft 2021.

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