Hannah Kocher im Interview

06.09.2020

Bei den Damen die Nr. 1 im Weichberger-Team

Hannah Kocher im Interview
Hannah Kocher, Foto Wöll

Du gehörst dem ÖSV-C-Kader (Cross) an. Wie schaut deine Vorbereitung auf die kommende Saison aus?

Zur Zeit trainiere ich im Olympiazentrum in Tirol, hier arbeite ich mit Trainer und Physiotherapeuten zusammen. Da ich noch immer Probleme mit meiner Sprunggelenksverletzung habe, ist mir die enge Zusammenarbeit mit den Physiotherapeuten sehr wichtig. Auch gemeinsam mit meinem Trainer versuche ich, mein Sprunggelenk mit verschiedenen Aufgaben und neuen Herausforderungen auf die Saison vorzubereiten. Derzeit versuche ich, verschiedene Stöße auf mein Sprunggelenk auszuüben, welche die Schläge beim Snowboarden imitieren sollen. Letzte Woche war ich mit dem Team bereits snowboarden - wir waren in der Schneehalle in Landgraaf, Holland. Dort habe ich gesehen, dass sich das intensive Training bezahlt gemacht hat. Ich fühle mich auf meinem Snowboard schon viel sicherer und wohler als im letzten Winter.

ÖSV-Kader Snowboard 2020/21 (PDF)

Was hat sich durch die Pandemie in deinem Leben geändert?

Ich habe das große Glück, dass das Olympiazentrum in Tirol sehr schnell einen Weg gefunden hat, dass alle Athleten optimal trainieren können. Am Beginn der Pandemie wurde ich mit Trainingsgeräten ausgestattet, um mein Training zu Hause durchführen zu können. Mittlerweile finden das Training wieder im Olympiazentrum statt, natürlich mit verstärkten Hygienemaßnahmen. Zur Zeit läuft mein Leben fast genau so ab wie vor der Pandemie, nur mit Mundschutz. Auch mein Studium konnte ich weiterführen, alle Vorlesungen wurden jedoch online abgehalten.

Wie bringst du Studium und das aufwändige Training unter einen Hut?

Ich konzentriere mich viel mehr auf das Training, mein Studium kann ich während des Leistungssportes natürlich nicht vollzeitig durchführen. Ich versuche aber, so viele Vorlesungen wie möglich zu besuchen. Da die Universität und das Olympiazentrum im gleichen Gebäude sind, ist der Wechsel von der Kraftkammer in den Hörsaal sehr einfach. Mit der Umstellung auf Online-Vorlesungen bin ich noch flexibler, was Training und Studium betrifft. Im Winter werde ich nur diese Vorlesungen besuchen, bei denen ich nicht immer anwesend sein muss. Anders ist es im Winter nicht möglich, da ich ja manchmal für eine ganze Woche oder länger unterwegs sein werde.

Was hast du dir für die kommende Saison vorgenommen?

Da ich die letzten beiden Saisonen wegen meiner Verletzung sehr wenige bis gar keine Rennen gefahren bin, ist mein Ziel für diese Saison, alle Rennen zu bestreiten und Rennerfahrung zu sammeln. Dieses Ziel ist mir wichtig, damit ich wieder Vertrauen aufbaue und mich somit weiter hinaufarbeiten kann. Natürlich habe ich auch das Ziel, im Europacup im großen Finale zu stehen, und mehrmals auf das Podium zu fahren.  Außerdem möchte ich auch einige Weltcup-Rennen bestreiten.

Auf welchem Rang siehst du dich zurzeit in der Österreich-Rangfolge?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten.. Im Boardercross ist es generell schwierig, eine Rangfolge festzulegen, da die Ergebnisse nicht nur von der eigenen Tagesverfassung, sondern auch von Fehlern, Stürzen oder anderen Linien der Fahrerinnen im Heat abhängig sind. Außerdem war für mich der Vergleich mit meinen Teamkolleginnen in der letzten Saison noch nicht so wichtig, da ich mit meiner Verletzung beschäftigt war.

Dein erstes Rennen?

Mein erstes Rennen ist Anfang Dezember ein Europacup am Pitztaler Gletscher. Ich hoffe, dass diese Saison so wie geplant durchgeführt werden kann, und freue mich schon auf einige Rennen!

FIS-Kalender 2020/21

Danke für das Gespräch!