Auf dem Weg zur Arbeiter- Turn- u. Sportbewegung in St. Pölten

13.07.2020

Auf dem Weg zur Arbeiter- Turn- u. Sportbewegung in St. Pölten

1889 wurde mit den Arbeiter- Fortbildungsverein in St. Pölten die erste Organisation der Arbeiterschaft gegründet. Die Seele des Vereins war der Schneidergehilfe Johann Ressel, der später sozialdemokratischer Abgeordneter wurde. Wegen seines Eintretens für die Rechte der Arbeiterschaft wurde er auf die „schwaze Liste“ gesetzt und erhielt in St. Pölten nirgendwo  Arbeit. Ressel musste deswegen nach Graz abwandern. (St. Pöltner Nachrichten, 1953,  Nr. 12)

Der Eisenbahner Josef Hable gründete 1895 im Gasthaus Schülke in der Passauer Straße 42 (Gasthaus zum Eisenbahner) den „Athletikklub Herkules“. 1905 wurde dieser auf den Namen des Gründers "St. Pöltner Turn- und Athletig-Club Hable" umbenannt und 1910 scheint der Club unter den Namen "Erster St. Pöltner Athletenklub Milon auf.

Weil die aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrten Mäner in keiner Weise mehr Athleten glichen, wurde der "Athlet" im Vereinsnamen gestrichen und man nannte sich "Erster St. Pöltner Kraftsportklub Milon". Am 16. Dezember 1925 fusionierte sich Milon mit dem "Arbeiter- Turnverein St. Pölten". Statt mit dem bürgerlichen Sportgruß "Kraft Heil!" wurde jetzt mit dem Arbeitersportgruß "Kraft frei!" gegrüßt. - Aus behördlichen Gründen erfolgte 1934 die Auflösung und es erfolgte eine Neugründung unter dem Namen "Erster St. Pöltner Kraftsportklub Siegfried". In einem Magistratsbericht heißt es: "Die nunmehrigen Mitglieder des Vereins sind vaterländisch eingestellt und der Sportvereinigung "Sturm 1934" eingegliedert. Gegrüßt wurde wieder mit "Kraft Heil!"

Nach dem Vorbild des ersten Wiener Arbeiter-Radfahrvereins „Die Biene“ (1893) wurde 1901  ein Arbeiter-Radfahrerklub in St. Pölten ins Leben gerufen. (Gutkas K. 1958 Entwicklung der Stadt und Aufstieg der sozialistischen Bewegung, S. 19) und 1906 kam es zur Gründung einer  Ortsgruppe des Touristenvereins „Die Naturfreunde“. Verhältnismäßig spät, nämlich erst nach dem Zweiten Weltkrieg, wurden im „Sturm 19“ die Fußballer und die Turner im „Turnverein Freiheit St. Pölten“ (1919) aktiv.

1 Arbeitersport in St. Pölten

Wir werden nie aufhören für den Achtstunden-Tag zu kämpfen

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