2,103 Mill. Mitglieder in Österreichs Sportvereinen

11.08.2018

Statistikvergleich U-St.Pölten

2,103 Mill. Mitglieder in Österreichs Sportvereinen

(ORF) 2,103 Millionen Österreicher, also knapp ein Viertel der Gesamtbevölkerung, sind Mitglied in zumindest einem Sportverein. Der Anteil der Männer liegt dabei mit 1,313 Mio. klar über dem der Frauen mit 790.000.

Präsentiert wurden die Zahlen der Statistik Austria von der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) am Montag in Wien. BSO-Geschäftsführer Rainer Rößlhuber wies darauf hin, dass „die Zahl der Sportvereine in unserem Land steigt. Wir sind ein Vereinsland.“ Derzeit seien rund 15.000 Sportvereine in den 67 BSO-Mitgliedsverbänden zusammengefasst.

Nur die katholische Kirche (5,1 Mio.) und die Arbeiterkammer (3,7 Mio.) verfügten über noch mehr Mitglieder. „Man sieht also, welch große Bevölkerungsbewegung der organisierte Sport in Österreich ist“, bekräftigte Rößlhuber.

Wien ist Schlusslicht

Laut der Studie betreiben 1,6 Millionen Österreicher im Rahmen ihrer Mitgliedschaft Freizeitsport, 1,3 Millionen Personen nutzen das Sportangebot einmal pro Woche, zehn Prozent gar nicht. Und 489.000 Personen sind im Sport ehrenamtlich tätig, als Funktionäre, Trainer oder Schiedsrichter. „Sportvereine nehmen den ersten Platz bei der Freiwilligentätigkeit in diesem Land ein“, betonte BSO-Präsident Rudolf Hundstorfer, dass diese Menschen „fast 2,2 Millionen Stunden pro Woche leisten. Ohne diese Personen würde es den ganzen Sportbetrieb in diesem Land nicht geben.“

APA/BSO/Statistik Austria

Mitglieder-Entwicklung der UNION St. Pölten

Im Vergleich zu den BSO-Zahlen zeigt die Statistik der UNION-St. Pölten ein anderes Bild. 78,91% der Mitglieder sind weiblich und 21,08% männlich.

Alter

Damen

Damen

Männer

Männer

Gesamt

Gesamt

 

 

2000

2017

2000

2017

2000

2017

 

70 und älter

37

123

45

56

82

179

7,20%

65 bis 69

32

68

18

20

50

88

3,54%

60 bis 64

65

99

17

20

82

119

4,78%

55 bis 59

86

115

18

16

104

131

5,27%

50 bis 54

88

136

20

24

108

160

6,43%

45 bis 49

99

155

13

25

112

180

7,24%

40 bis 44

125

186

13

21

138

207

8,32%

35 bis 39

167

194

10

28

177

222

8,93%

30 bis 34

145

166

15

27

160

193

7,76%

25 bis 29

131

162

10

15

141

177

7,12%

20 bis 24

81

99

12

14

93

113

4,54%

15 bis 19

85

102

15

13

100

115

4,62%

10 bis 14

121

131

42

48

163

179

7,20%

5 bis 9

129

154

115

137

244

291

11,71%

0 bis 4

46

71

45

60

91

131

5,22%

GESAMT

1.437

1.961

408

524

1.845

2.485

Ein Ländervergleich zeigt, dass Tirol bei den Sportverein-Mitgliedern mit 35 Prozent die Nummer eins, die Bundeshauptstadt Wien mit 14 Prozent Schlusslicht ist. Oberösterreich, Salzburg und Kärnten liegen mit 28 bis 29 Prozent ebenfalls über dem Durchschnitt von 24, so Josef Kytir, Leiter der Direktion Bevölkerung der Statistik Austria. Es wäre aber ein Trugschluss, daraus abzuleiten, dass etwa Tiroler viel sportlicher als Wiener seien, da laut Rößlhuber „im ländlichen Raum das Dazugehören zum Verein“ eine viel wichtigere Rolle spiele als im urbanen Bereich.

Bei Jugendlichen „Dropout entgegensteuern“

Doch auch dieses bloße Dabeisein und die daraus entstehenden sozialen Kontakte hätten extrem positive Folgen. „Das hat schon so viel gesundheitlichen Wert, wie wenn ein Raucher mit dem Rauchen aufhört“, erklärte Rößlhuber mit Verweis auf die Studie „Effekte der Mitgliedschaft im Sportverein auf die Gesundheit“ von Professor Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien.

Besonders hoch seien die Sportverein-Mitgliederzahlen im Nachwuchsbereich: 48 Prozent, also fast jedes zweite Kind im Alter von zehn bis 16 Jahren. Es gelte daher bei den Jugendlichen dem „Dropout entgegensteuern“, so Rößlhuber.

Es gebe aber auch noch Steigerungspotenzial in dieser Altersgruppe wie ein Vergleich mit Schweden zeige, doch dafür müssten infrastrukturelle Maßnahmen gesetzt werden, da ferienbedingt „180 Tage im Jahr, also jeden zweiten Tag des Jahres, die Schulsport-Infrastruktur in Österreich geschlossen ist“.

Erstmals Zahlen der Sportvereine erhoben

Überdies gelte es, Menschen mit Migrationshintergrund noch stärker in Sportvereine einzubinden, da der Sport ein sehr gutes Mittel sei, um die Integration zu fördern. Denn nur 14 Prozent der Menschen - 19 Prozent bei Männern, acht Prozent bei Frauen - mit Migrationshintergrund (beide Eltern im Ausland geboren) sind Mitglieder in österreichischen Sportvereinen. Dafür ist der Anteil der Leistungssportler (dreimal so hoch) und Trainer (doppelt so hoch) in dieser Gruppe deutlich höher als bei Menschen ohne Migrationshintergrund.

Dass erstmals Zahlen der österreichischen Sportvereine erhoben wurden, „ist der Kooperation mit dem Sportministerium“ zu verdanken, bemerkte Hundstorfer. „Wir brauchen diese Daten. Für uns sind sie ein Signal auf der einen Seite, ein Arbeitsauftrag auf der anderen Seite. Diese statistische Erhebung ist für die BSO und den österreichischen Sport sehr wichtig, da wir basierend darauf unsere zukünftigen sportpolitischen Entscheidungen treffen können.“

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