Resümee Turnfest Berlin

07.07.2017

Resümee Turnfest Berlin
* Flatow-Medaille - Alle Menschen werden Brüder

Große Zufriedenheit herrscht beim Deutschen Turner-Bund und seinem Präsidenten Dr. Alfons Hölzl bei der Nachlese zum Internationalen Deutschen Turnfest 2017 in Berlin. Mit einigen Tagen Abstand ist es die Freude und Erleichterung, die überwiegt, dass dieses große Ereignis ohne gravierende Störung und zudem sehr erfolgreich verlaufen ist.

Besonders angetan ist man aber von der öffentlichen Wahrnehmung des Turnfestes. Beispielhaft zitiert er die Bilanz der Turnfestwoche im Berliner „Tagesspiegel“ in seiner Ausgabe vom 10. Juni: „In Zeiten, in denen der Eventcharakter von sportlichen Großveranstaltungen überhandnimmt, ist das Turnfest ein unschlagbares Konzept.“ In Abgrenzung zu anderen Veranstaltungen des Sports wird hervorgehoben, dass für die Stimmung beim Turnfest keine Besucher, sondern Teilnehmerinnen und Teilnehmer sorgen.

Hambüchen, Merkel und Hölzl 80.000 Turnerinnen und Turner feierten in Berlin sich selbst und ihre Zugehörigkeit zur Turnbewegung. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel genoss diese besondere Turnfest-Atmosphäre bei ihrem Besuch der Stadiongala. Zuvor hatte sie in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft „Turnen als Volkssport“ und das „Turnfest als Volksbewegung“ gewürdigt.

Diesmal nur wenige Österreicher dabei. Waren beim Int. Deutschen Turnfest 2013 in Heidelberg 800 Österreicher dabei, wurde 2017 in Berlin die Zahl 100 nicht erreicht.

Von der UNION St. Pölten dabei gewesen: Gerhard Klenkhart, Susi Preiss, Flora Meindl, Hannah Letschka, Karl Preiss, Esther Meindl, Astrid Friedl, Elisabeth Klenkhart

„Für uns als Turnerinnen und Turner ist die nahtlose Verbindung von hochkarätigem Spitzensport und einem vielfältigen Wettkampf- sowie dem gesundheitsorientierten Bewegungsangebot von Turnen und Gymnastik bei einem Turnfest eine Selbstverständlichkeit. Insofern freut es uns, dass dies nun auch außen so wahrgenommen wurde“, so der DTB-Präsident.

Eröffnungsfeier am Brandenburger TorBereits im offiziellen Festakt zur Eröffnung des Turnfestes hatte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries angesichts der über 200-jährigen Geschichte der Turnbewegung das Spannungsfeld von Traditionspflege und Modernisierung in der Turnbewegung beleuchtet. Sie attestierte dem Turner-Bund, dass angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen für die Turnbewegung Veränderungen eine Selbstverständlichkeit seien und zur Vielfalt im Turnen beitragen. Daher sei das Motto des Turnfestes „Wie bunt ist das denn!“ passend gewählt.

* Seit 1987 verleiht der DTB im Rahmen seiner Turnfeste die „Flatow-Medaille“ in Erinnerung an die Berliner Turner Alfred Flatow (1869-1942) und Gustav Felix Flatow (1875-1945), die als Olympiasieger von 1896 und mehrfache Turnfestsieger, 1933 aus ihrem Turnverein ausgeschlossen wurden und im Konzentrationslager Theresienstadt zu Tode kamen.

Die Medaille wird an Turnerinnen und Turner verliehen, die wie Alfred und Gustav Felix Flatow hohe sportliche Leistungen, Einsatz für das Turnen und persönliche Integrität miteinander verbinden. Sie sollen ein Vorbild sein, vor allem für die Kinder und Jugendlichen in der Turnbewegung. (Pfister / Steins 2005) 2017 erhielten Kim Bui, Fabian Hambüchen und Epke Zonderland die Medaille.
Grafik Nationalitäten der Turnfest-TeilnehmerMit der Vielfalt des Turnfestprogramms und insbesondere dem umfangreichen Angebot der Turnfestakademie ist es nach Auffassung des DTB-Präsidenten in Berlin ebenfalls nachhaltig gelungen, die Turnbewegung als Motor für eine zeitgemäße und bedarfsgerechte Angebotsentwicklung in den Turn- und Sportvereinen zu positionieren.Yoga vor dem Reichtag Als weiteren Aspekt hebt Hölzl das Turnfest als ein passendes Konzept bei der Nutzung von sportlichen Großereignissen zum Wohle der Gesellschaft hervor. Dies wurde zuletzt bei den gescheiterten Bemühungen zur Bewerbung um Olympische Spiele öffentlich in Frage gestellt. „Berlin hat beispielhaft gezeigt, wie sich ein solches Konzept entwickeln lässt“, urteilt der DTB-Präsident. Neben der Möglichkeit der aktiven Anteilnahme mit dem Tagesticket auf dem Festgelände gab es in Berlin ein besonderes Programm. Die Senatsverwaltung der Hauptstadt hat sich mit dem organisierten Sport in Berlin zusammen getan und unter dem Motto „Berlin turnt bunt“, „Kiez aktiv“ sowie „Schule aktiv“ ein umfassendes Bewegungsprogramm für die ganze Bevölkerung angeboten, das sehr gut angenommen wurde.Insgesamt sieht Hölzl das Turnfest weiterhin als zukunftsfähiges Konzept für eine sportliche Großveranstaltung, das jeder Region in Deutschland mit einer passenden Infrastruktur gut zu Gesicht steht und in hohem Maße das bürgerschaftliche Engagement in der Gesellschaft herausstellt. Insofern ist ein Turnfest mehr als nur ein Event!Friedrich Ludwig Jahn: "Meine Zeit ist gewesen"

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