Geschichte(n) der Christlich-deutschen Turnerschaft Österreich

06.01.2017

Christen müssen artig sein ...

Geschichte(n) der Christlich-deutschen Turnerschaft Österreich
(Wöll) In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konzentrierte sich die deutschsprachige historische Forschung im Bereich Turnen vorrangig auf die liberale und deutschnationale Turnbewegung. Insofern verständlich, als die »Deutsche Turnerschaft« bis zum Ersten Weltkrieg, die größte Leibesübungentreibende Bewegung der Erde war. (Gasch 1920, 101) Dagegen fand die Christliche Turnbewegung wenig wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Große Nachschlagewerke beschäftigen sich erst wesentlich später mit den Zusammenhängen zwischen Religion, Kirche und Sport.
 
»Wer sich bemüht, seinen Leib zu straffen und dessen Bewegung zu beherrschen, hat Gelegenheit genug, auch seine Seele und seinen Willen zu meistern.« (Die Schmiede, 282)
 

Die historischen Wurzeln der fast 2000-jährigen Beziehung zwischen Christentum und Körperübungen analysiert vor allem der Sportwissenschafter Dr. Willi Schwank in der Schriftenreihe »Christentum und Sport« (1999–2005). Der Sporthistoriker Prof. Dr. Erwin Mehl hält im »Grundriss des deutschen Turnens« (1923, 23) einem Leitfaden für Turnwarte und angehende Sportlehrer fest, »dass das aufkommende und welt entsagende Christentum den Leib (das ›Fleisch‹) als beschwerendes Anhängsel für die Seele und als Mittel der Sünde sah«. So ähnlich lautet 90 Jahre später, witzig formuliert, ein Songtext des hessischen Comedy-Duos »superzwei«: »Christen müssen artig sein, keine Party, keinen Wein. Ein Bein, das sich zum Tanze regt, das wird im Himmel abgesägt.« MEHR zum ersten Kapitel

Das Buch mit 170 Seiten "FRISCH FROMM FRÖHLICH FREI" ist über den Residenz Verlag erhältlich.

Turnen für das Vaterland Christliche Turnerschaft
Fußball nichts für Turner

Gesucht > Bilder und Schriften vom "Ersten Wiener Turnverein" aus den 1920er und 1930er-Jahren. Kontakte: 0676 / 92 16 280.