Gunnar Prokop im Interview

02.08.2013

Gunnar Prokop im Interview
Prof. Gunnar Prokop ist Berater bei Union Trendsport Weichberger. Foto Wöll
(I.Wöll) Drei "Union-Jungturner aus den frühen 50er-Jahren" sitzen 60 Jahre später im Bergdorf Annaberg zusammen und plaudern über Sport. Die Handballlegende, eigentlich müsste es heißen der ehemalige Turner, Bergsteiger, Skifahrer, Trainer, Sportlehrer und Spotpädagoge, Gunnar Prokop (73), wird gefragt ob ihm der Handballzirkus fehlt: 
"Ich habe mich ein Leben lang für den Spitzensport eingesetzt, wohl wissend, dass der Leistungssport nicht alles im Leben ist. Jetzt versuche, ich meinem Alter entsprechend, das zu leben was ich gepredigt habe.  Ich bin im Sommer mit Freunden viel mit dem Mountainbake unterwegs und am Nachmittag spiele ich Gärtner." Im Winter stehe ich jeden Tag auf den Skien. Ich kann mich ohne Handball stressfrei bewegen.
Du warst zuletzt  900 km mit dem Fahrrad auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela unterwegs.  Bist du gläubig?
"Ich versuche Glaube und Kirche auseinander zu halten. Der Glaube kann dir in schwierigen Zeiten das Leben erleichtern. Ja, ich bin gläubig"
Verfolgst du noch so intensiv die Sportszene wie früher?
"Natürlich! - Ich habe mich gestern über die schwachen Leistungen bei den Leichtathletik-Staatsmeisterschaften  nur so gewundert. Das Kugelstoßen bei den Frauen wurde mit 13.56m gewonnen. Liese hat vor fast 40 Jahren die Kugel über 16 m gestoßen. Die  Männer erreichten im Hochsprung  knapp die 2m Marke."
Was läuft falsch im Leistungssport?
"Da beantwortet ein Trainer die Frage ob die Österreicher genauso viel trainieren wie die  Weltspitze mit `ja´. Wenn das stimmt, wird in Österreich falsch trainiert und ich sehe schwarz für die nächsten Olympischen Spiele. Unsere Schwimmer waren auch schon schneller unterwegs."
Da wären wir beim Doping. Du hast einmal gesagt, dass du Doping frei geben würdest.
"Stimmt nicht ganz, ich habe gesagt, dass es  nicht das Beste sondern das  Ehrlicher wäre, wenn Doping unter ärztlicher Aufsicht frei gegeben wird. Die Dopingkontrolle hinkt den Machenschaften hinterher. Es gibt heute Sportarten, wo du in der Weltspitze ohne verbotene Mittel nicht gewinnen kannst, da bin ich mir sicher."
Sind dir die Dachverbände noch im Weg? Du warst einmal für deren Auflösung.
"Der ewige Streit zwischen Dach- und Fachverband hält an. Die Fachverbände reden sich auf die Dachverbände aus wenn die Leistung beim Nachwuchs nicht stimmt und fordern mehr Geld. Die Dachverbände leisten unheimlich viel für den Gesundheitssport und es ist vollkommener Schwachsinn, wenn immer noch davon gefaselt wird, dass der Spitzensport eine Vorbildwirkung für den Breiten- und Gesundheitssport hat. Um zu Spitzenleistungen zu kommen muss ich Talente ganz früh auswählen und entsprechend fördern. An dieser Aufgabe gehen die Fachverbände zumeist vorbei.
2014 soll die `Tägliche Turnstunde´ kommen. Glaubst du daran?
Es gibt Schulen mit über 5.000 Schülern, wie soll das funktionieren? Abgesehen davon gibt es nicht die notwendigen Lehrkräfte. Ich habe einen Vorschlag unterbreitet, dass jeder Lehrer, ganz gleich in welchem Fach er unterrichtet, einer Schulung unterzogen werden soll, die notwendige Literatur zu Verfügung gestellt bekommt, um in seinem Fach, die Schülerinnen und Schüler, durch `Kurzturnen´ gesundheitsorientiert bewegt.
Die Gesprächsrunde mit Gunnar Prokop soll erweitert  und demnächst fortgesetzt werden.Im Herbst wird Gunnar Prokop einer Einladung zu einem Gespräch bei  ÖOC-Präsident Karl Stoss folgen.
 
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Helmut Mayer 
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